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Contra LowCarb/Atkins Thread

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Contra LowCarb/Atkins Thread

Beitragvon Scuolfan » So 5. Jun 05, 19:19

So, nachdem hier andauernd über LowCarb berichtet wird und zahlreiche Diskussionen stattfinden, habe ich mich entschlossen mal einen kleinen Thread zu erstellen, indem ich die in meinen Augen klaren Argumente
gegen eine LowCarb oder Atkins Diät anbringe.

Ich weiß das seitens der Atkinsanhänger oder sonstiger LowCarb Fans immer mit den unschlagbaren Vorteilen dieser Diätform argumentiert wird.
Diese seien eine sehr schnelle Reduktion des Körpergewichtes, eine deutliche Verbesserung der Blutfettwerte und weniger Müdigkeit uva.
Zudem durch die Vermeidung von Insulinspitzen neben weniger Müdigkeit auch keine Heisshugenrattacken, Diabetes oder sonstige Insulinresistenz und -schwäche Krankheiten.

Für mich persönlich ist das einfachste Argument gegen eine derartige ERnährungsform einfach die, dass sie völlig unnatürlich ist und gegen die Funktionsweise des menschlichen Stoffwechsels arbeitet.

Nun verzichte ich an dieser Stelle darauf, die typische Ernährung des Durchschnittsbärgers in der westlichen Industriewelt ebenfalls zu verreissen, sie ist nämlich keinen Deut besser. Eher im Gegenteil. Die seit beinah 2 Jahrzehnten gepredigte KH-Mast hat bei gleichzeitiger Reduktion des Fettkonsums die Zahl der Übergewichtigen noch ansteigen lassen. Gleiches lässt sich auch für Personen feststellen, die an Diabetes Typ II und Herz-Kreislauferkrankungen leiden.
Die KH Mast und die Niedrigfetthysterie sind ebenso unnnatürlich und schlichtweg schwachsinnig, wie LowCarb oder AtkinsDiät.
Das beste Beispiel sind Tiere: Wie mästet man Schweine? Mit Massen von Getreide, sprich KH. Wie mästet man Menschen? Auf eben diese gleiche Art.
Ich möchte nur vorweg klarstellen, dass ich bei meiner scharfen Kritik an Atkins und LowCarb auch in keinster Weise ein Verfechter des starken KH-Konsums bin, im Gegenteil.
Kommen wir aber zu Low Carb und Co. :

Beginnen wir zunächst mit dem rapiden und für den aktiven Diätler erfreulichen Gewichtsverlust bei der LowCarb Diät.
Dieser ist in vielen Fällen nichts weiter als ein Verlust von großen Mengen an Wasser, bedingt durch die Ketose und die Ausscheidung von Ketonkörpern. Die Ketose dient der Synthese von Glucose aus Fetten, da aufgrund des fast vollständigen Verzichtes auf KH im Körper ein Mangel an Glucose und Glycogen entsteht. Glucose ist unverzichtbar für den menschlichen Körper, da es das Grundmolekül für die Synthese von ATP, der Energieeinehit des Organismus ist. Alle Vorgänge des Stoffwechsel und alle Bewegungen geschehen und Einfluss von ATP und der Abspaltung eines Phosphatmoleküls, folglichen entsteht ADP, das u.a. mit Hilfe von Kreatin wieder zu ATP generiert wird.
Einen beträchtlichen Anteil mit durchschn. 18,3% am Energieumsatz des Menschen hat das Gehirn. Das Gehirn arbeitet mit reiner Glucose, sonst nichts. Das heißt, alleine das Gehirn verbraucht eine enorme Menge an Glucose und somit an KH.
Hinzu kommen alle anderen Stoffwechselvorgänge und Bewegungsabläufe. Es soll hier verdeutlicht werden, welch wichtige Rolle Kohlenhydrate vom Grundsatz her im menschlichen Körper spielen.
Gibt es einen Mangel an KH im Körper, so muss dieser zum einen wertvolle Proteine bzw. Aminosäuren zweckentfremden und zur Energiegewinnugn heranziehen, auf der anderen Seite bezieht er auch Energie aus Fetten, zb. durch die Ketose.
Schon alleine an dieser Stelle sollten jedem Zweifel kommen, ob eine Verzicht auf KH in einem so radikalen Maß richtig und gesund sein kann.
Es besteht neben der Gefahr einer Reduzierten Gehirnleistung auch die Gefahr, dass man antriebslos und schwach wird. Dem Körper fehlt für bestimme Dinge einfach die nötige Kraft und Energie.
Ferner führt der rigide verzicht auf KH oftmals zu erheblichen Stimmunsschwankungen und nicht selten zu Depressionen, was natürlich in den tollen Studien, die nur vom Erfolg bei der Gewichtsreduktion sprechen, nciht auftaucht.
Ebensowenig wird gesagt, das ein Großteil des verlorenen Gewichts oftmals nur Wasser ist. Dieses Wasser fehlt im Stoffwechsel und lässt die Zellen austrockenen, schwächt nachhaltig zahlreiche Körperfunktionen, da das Blut dickflüssiger wird. Kopfschmerzen können als Folge auftreten.
Die Belastung der Niere durch die verhmehrte Ausscheidung der Ketonkörper PLUS die große Menge an Abfallstoffen aus dem Proteinüberschuss kann nciht in Abrede gestellt werde, ist aber natürlich von Mensch zu Mensch und von Stoffwechseltyp zu Stoffwechseltyp verschieden.
Das sich die Blutfettwerte verbesser ist durchaus dadurch zu erklären, dass aufgrund fehlender insulinpushender KH auch die Verstoffwechselung des Fettes anders abläuft, die gesättigten Fette nicht als Depotfett eingelagert werden können und zudem für die Energiegewinnnug durch Fettverbrennunsgenzyme herangezogen werden. Wie nachhaltige diese Verbesserung der Blutfettwerte allerding ist, darüber ist sich die Forschung nicht einig. Viele Experten warnen vor der Masse an gesättigten Fetten, die bei einer solchen Diätform oft konsumiert werden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, ist schwer zu sagen.
In jedem Falle stellt der hohe Fettkonsum eine Belastung für den Magen-Darm Trakt und die Leber dar. Die Leber ist überhaupt ein Organ, das bei Studien welche LowCarb Diäten positive Ergebnisse zusprechen, gerne vergessen wird. Die dauerhafte Entwicklung einer Fettleber und Gallenprobleme durch ein unnatürliche Belastung und Überforderung dieser Organe dürfen als Gefahren nicht unterschätzt werden!

Kommen wir zu zwei weiteren, entscheidenden Kriterien, welche gegen eine LowCarb Ernährung sprechen. Das eine ist der Säure-Basen-Haushalt, das andere analog dazu die Versorgung mit Mikronährstoffen und die Immunstärke.
Durch den unnormal übermäßigen Konsum großer Mengen an fettem Fleisch und Wurstwaren, Sahne, Käse und andere fetten Produkte, die mit SÜssstoffen schmackhaft gemacht werden, führt zu einer nachhaltigen massiven Übersaäuerung des Körpers und damit verbunden die Gefahr für zahlreiche Krankheiten. Man geht davon aus, das 80% aller Menschen in den Industrieländern übersäuert sind, der ph-Wert also unter dem natürlichen von 7,4 liegt.
Bei LowCarb Diäten besteht um ein Vielfaches höhre noch die Gefahr dieser Übersäuerung, stpffwechseltechnisch lässt sie sich auch kaum vermeiden: All die o.g. Produkte, die bei diesen Diätformen so großzügig auf dem Speiseplan stehen werden vom menschlichen Organsimus stark sauer verstoffwechselt.
Da der Konsum von Basenbildner wie Obst, Gemüse und Salat ob der KH-Angst stark reduziert oder ganz eingeschränkt wird, entsteht ein saurer Organsimus mit einem ph-Wert, der weit jenseits der 7,4 liegen kann. Die Übersäuerung dürfte neben der übermäßigen Insulinausschüttung der Hauptgrund für viele typische Wohlstandkrankheiten sein. So zb. Magen-Darmprobleme --> Sodbrennen, Magen/Speiseröhrenkrebs, Gastritis, Morbus Crohn, Gicht, Arthritis, Arthrose und andere Autoimmunerkrankungen, starke Zellalterung, Immunschwäche , Depression...uva.
Man kann also hieran deutlich erkennen, das eine solche Ernährungsform NICHT richtig sein kann, schon gar nicht evolutiv richtig, wie einige Anhänger immer gerne behaupten möchten.
Durch den verzicht auf viele Obst und Gemüsesorten sowie auf einige hochwertige Vollkornprodukte fehlen dem Körper zahlreiche sek. Pflanzenstoffe, von denen es in jeder Sorte Obst, Gemüse oder Salat hunderte oder gar tausende verschiede, mehr oder weniger Aktive gibt.
Einen Vitaminmangel, der auch bei der Durchschnittsernährung oft auftritt( Folsäure, B1, E) , kann zwar leicht mit Präparaten ausgegelichen werden, nicht so jedoch die Wirkung der sek. Pflanzennstoffe, mit denen die Vitamine erst zusammen ein unschlagbares Netzwerk bilden .

Noch ein kurzes Wort zum Protein: Damit die in den Proteinen vorliegenden Aminosäuren ihre volle, starke Wirkung im Körper voll entfalten können, müssen sie schnell resorbiert und in die proteinbiosynthese eingebunden werden. Fett aber, das ja den Großteil der Proteinquellen die überwiegend aus fettem Fleisch, Wurst und Käse bestehen, begleitet, reduziert die Resorbtionsgeschwindigkeit der Aminnos. extrem und die postitive Wirkung ist kaum mehr spürbar.

Zu guter Letzt etwas zu der Verteilung der drei Makronährstoffe.
Angeblich, so predigen einige der LowCarb Anhänger, sollte der KH Anteil an der Ernährung maximal 15% betragen, der Rest wären dann Proteine und Fette. Hier beruft man sich angeblich auf die "Evolution" und Analysen zu den Essensgewohnheiten der Steinzeitmenschen.
Generell sollte man hierzu viel. anmerken, dass es zahlreiche UNtersuchungen zum Stoffwechsel und zu der Ernährung von sog. "Steinzeitmenschen" gibt. Nur unterscheiden sich diese oftmals durch eine Zeitspanne von mehreren Millionen Jahren!
Forscher X findet einen 2 Mio Jahre alten Mensche in Australien und entschlüsselt seine Ernährung und seinen Stoffwechsel.
Forscher Y findet einen 3 Mio alten Menschen in Afrika und entschlüsselt selbiges. Forscher Z und Z 2 und Y2 und X 2 etc. etc. machen imemr wieder das gleiche.
Worauf stützt man sich denn jetz, wenn man von "der Ernährung" des "Steinzeitmenschen" spricht?
Es gibt zu dem Thema aussagen, die sich diametral entgegenstehen. Die einen argumentieren, dass das menschliche Gebiss gar nicht auf den Verzehr von Fleisch ausgelegt sei, Vegetarier und Veganer natürlich, die andere sagen, er habe sich fast ausschließlich von Fleisch ernährt, wie viele LowCarb und Atkins Anhänger meinen.
Ich halte beides für falsch. Den meisten Forschern und neuesten Erkenntnissen nach zu folge war die Ernährung der Mensche "früher", welche Epoch auch imemr man meint, sehr ausgegeliche, mit einer leichten Dominanz der KH. Man kann ein Verhältnis der Makronährstoffe von 40% KH und jeweils 30% Protein und 30% Fett ausmachen.
Selbstredend handelt es sich hierbei um die Form der Ernährung BEVOR der Ackerbau und die Kultivierung stärkehaltiger Samen eingeführt wurde.
Wenn man diesen Erkenntnissen glauben schenken darf, und in Anbetracht der Tatsache das es sich um die neuesten Erkenntnisse,w elche die meisten Forscher vertreten, handelt, dann kann man sowohl die Form der LowCrb Ernährung als auch die KH Mast in der Industriwelt durch äußerst kritisch betrachten.
Ein Wort noch zu LowCarb: Ein wesentlicher Unterschied im Fleisch un Fettkonsum zwischen "früher" und heute besteht darin, dass die Menschen früher sich von sehr magerem Wildfleisch mit 2-5% Fettanteil ernährt haben, ihre Fette also NICHT bzw. kaum vom Fleisch bekommen konnten, sondern viel mehr von Fischen oder von Samen und Saaten und Nüssen und fettreichen Früchten. Im Gegensatz dazu stehen beid er LowCarb und AtkinsDiät fette Wurst und Fleisch Waren auf dem Programm, hat ein Rumpsteak bspw. schon bis zu 30% Fettanteil.

Fazit: Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass anhand der erdrückenden Argumente in meinen Augen niemand ernsthaft eine derartige Form der Ernährung, wie sie bei Low Carb oder Atkins vorkommen, für gesund und natürlich erachten kann. Dass es von LowCarb zu LowCarb-Form geringe unterschiede gibt, ist mir bewusst, dass man nciht alles über einen Kamm scheren kann und auch jeder Mensch verschieden auf so eine Form der Ernährung reagiert, ebenso.
Aber man sollte sich bewusst machen, das jede Form einer extremen Diät nicht gesund und natürlich sein kann. Weder ein übermäßiger Konsum von KH noch die LowCarbFormen.
Eine ideale Ernährung bzw. dem Idealen möglichst nah kommend sollte ausgewogen sein. Sie sollte als Basis frische, möglichst heimische aber durchaus auch exotische Früchte, Gemüse und Salate aufweisen. Sie sollte Wert legen auch hochwertigste Proteinquellen wie mageres Geflügel und Filetfleisch, ruhig fetten Seefisch, da dieser die hochwirksamen Omega 3 Fettsäuren enthält, magere Milchprodukte wie Magerquark und Naturjoghurt , Hüttenkäse sowie Käse in begrenzten Mengen, Eier, Soja und Nüsse und Samen.
Als Quellen für Fette sollten Nüsse und Samen dienen, vor allem aber Fisch ( s.o.) und natürlich kaltgepresste, native Öle. Hier wären an erster Stelle das an Ölsäure und vielen Polyphenolen reiche Olivenöl und die Omega3-reichen Rapsöl, Walnussöl, Leinöl und Hanföl zu nennen. Gut sind auch Macadamiaöl und Erdnussöl.
Meiden sollte man die O6-reichen Öle wie Distel-, Sonneblumen-,Maiskeim- oder auch Trauebkernöl.
Als KH -Quellen dienen neben zahlreichen Obst, Gemüse und Salatprodukten und deren Säfte noch hochwertige Vollkornprodukte zb Haferflocken doer Dinkel oder Couscous und Quioa, auch Wildreis und Nudeln sind in eingeschränkten Mengen ok. Ebenso beinhaltete eine solche Ernährung nur ein Minimum an zusatzstoffen und Geschmacksverstäkern, die sich ind er Fülle wie wir sie durch die industriell verarbeiteten Lm zu uns nehmen, ganz sicher negativ auf den Organismus auswirken.
Wenn man an der Basis versucht, auf solche Produkte zu achten und seine Ernährung darauf aufzubauen, so wird man sich gesund und vital fühlen. Man wird in Verbindung mit Sport fit, ausdauernd und gesund. Der Körper befindet sich in einer Balance zwischen allen Gegenspielern, egal ob Sympathikus und Parasympathikus, ob Insulin und Glucagon oder ob Serotonin und Dopamin. Man wird sich wohl fühlen und man ist attraktiv, ebenso wie geistig fit und erfolgreich.

Ich denke, dass ich mit diesem Thread, an dem ich gut eine Stunde jetzt gesessen habe ( Ich bin ein miserabler Tipper ;-) ) zeigen kann, warum eine LowCarb Diät, in welcher Form auch immer, nicht die richtige Wahl sein kann. Dass ich die KH-Mast ebenso ablehne und einen Verzehr von einfachen KH aus Auszugsmehl, Süßigkeiten und Co. ebenfalls für grundlegend falsch und gefährlich halte, dürfte ebenfalls klar geworden sein.
Ich möchte auch betonen, dass man sich in unserer heutigen Welt nicht allen "Sünden" und ungesunden Genüssen entziehen kann und das auch ich gewiss öfter als mir lieb ist nicht meinen theoretischen Vrogaben folge. Aber dennoch denke, dass man , wenn die "Basis" ( s.o.) stimmt, auch mal weniger optimale Lm essen kann und darf und dass jeder so etwas in unserer Gesellschat auch dann und wann braucht.
Aber wenn man sich auf die Basis dessen einlässt, was eine natürliche auf den Organismus abgestimmte Ernährung ist, so wird man sich sehr viel wohler fühlen, wird Krankheiten jetzt und vor allem später im Alter vermeiden können und sich geistig wie körperlich attraktiv fühlen und attraktiv erscheinen.

Gruss Scuolfan
Gruss Scuolfan

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Scuolfan
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