von Schwarzfahrer » Mi 12. Sep 07, 03:23
Ein paar Überlegungen hierzu:
Sicherlich gibt es einen Punkt, der je nach Körpergrösse und Konstitutionstyp (Pykniker etc.) relativ ideal für eine bestimmte Sportart oder eben für das Kämpfen ist, nochmals abgestimmt auf den persönlichen Stil.
Noch bis in die 70er waren Schwergewichtsboxer eher 1,85-1,90 und wogen knapp über 90 KG. Heute sind sie definitiv grösser und schwerer. K1 ist ja teilsweise schon ein Freakshow und auch bei Pride dachte man, so weit ich weiss, über ein Superschwergewicht nach (Quasi die Steroidfreaks- Königsklasse).
Ist mehr (funktionelle) Masse also potentiell sinnvoll?
Beim Boxen handelt es sich aber um einen Sport, bei dem längst nicht so viele Bewegungen, speziell Ganzkörperbewegungen wichtig sind. Ein Fighter kann einfach dichtmachen und in der Doppeldeckung kurz die Kombination des Gegners abwarten (klingt natürlich einfacher, als es ist, aber dennoch).
Ein richtiger Kampf oder Mixed Martial Arts verlangt wesentlich mehr Mikroentscheidungen eines Kämpfers. Innerhalb von einer Sekunde muss er mehr Ganzkörper-Entscheidungnen treffen, die sich oft auch nocht kritischer Auswirken können (zB Takedown) als zB beim Boxkampf.
Daher meine Folgerung, dass dort Kraft-Ausdauer und Beweglichkeit eine höhere Wertigkeit besitzen als dagegen beim K-1.
Ab einem bestimmten Gewicht kann Masse noch so funktionell und toll gegen Sandsack, bei bestimmten Drills oder beim Schnellkraft- Bankdrücken aussehen, besteht aber nicht die Feuerprobe im Ring.
bestes Beispiel: Bob Sapp bestand praktisch nur aus Mukkies, Körperfett ist gering, trotzdem waren seine Bewegungen hölzern und sein grösster Vorteil war eben nur noch die pure Masse. Der hat die besten Lehrer gehabt und sah bei Einzelbewegungen manchmal gar nicht so mies aus. Sein Fluch war neben der offensichtlichen Tatsache, dass er aus dem Football/Kraftsport kam, seine Show- Persona. Ohne die Massivität wäre er vielleicht ein besserer Kämpfer, aber dann wäre sein Marktwert einfach nicht der gleiche gewesen.
EDIT: Um den Punkt nicht zu verlieren: Ich möchte nur sagen, dass ab einem bestimmten Punkt Muskeln sich warscheinlich nicht mehr nettomässig funktionell auswirken.
Ausserdem braucht es a) Zeit die Mukkies aufzubauen und zu halten und b) wiederum Zeit diese funktionell zu trimmen. Darüberhinaus steigt natürlich auch die Regenerationszeit und die Verletzungsanfälligkeit.
Somit glaube ich nicht, dass zB der frischgekrönte Lt Heavyweight MMA Champion Jackson mit 10 Kilo mehr (pure) Muskeln definitiv besser dastünde.
Zuletzt geändert von Schwarzfahrer am Mi 12. Sep 07, 16:04, insgesamt 1-mal geändert.
...er kam wie das Wasser und ging wie der Wind...