Die Aufladephase ist noch lange nicht überholt...
Man muss immer wissen was man will...
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Wie nehme ich Creatine richtig ein?
Creatine (Kreatin, N-Amidinosarkosin, Methylguanidinessigsäure, engl.: Creatine) ist eine körpereigene Substanz, die der Körper zur Energiegewinnung benötigt.
Herkunft und Funktion
Der Körper kann Creatine selbst, ausgelöst durch Wachstumshormone, aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin bilden, nimmt sie aber auch mit der Nahrung auf. Creatine kommt in größeren Mengen fast ausschließlich in Fleisch vor (gr.: Kreas = Fleisch). Rindfleisch (bis zu 500 mg/100g)und Fleischextrakt (450 – 700 mg/100g) sind sehr gute Creatinequellen.
Creatine speichert der Körper zu 95 % in Form von Creatine-Phosphat (CP) in der Skellettmuskulatur. Es bildet zusammen mit dem Adenosin Triphosphat (ATP) das ATP-CP-System, welches auch als das anaerob-alaktazide Energiefreisetzungssystem bezeichnet wird.
Kurz zu den anaeroben Energiefreisetzungssystemen des Körpers: Verrichtet der Körper Arbeit im anaeroben Bereich, wie dem Bodybuilding oder dem Sprinttraining, spaltet der Körper ein Phosphatmolekül vom ATP ab und gewinnt dadurch die benötigte Energie. Adenosin Triphosphat wird zur energiearmen Verbindung Adenosin Diphosphat. Hier setzt nun CP ein. Das CP wird in Creatine und Phosphat aufgespalten und setzt wiederum Energie frei. Das abgespaltene Phosphatmolekül wird gleichzeitig genutzt, um das ADP wieder in das energiereiche ATP umzuwandeln, das nun wieder in Energie umgesetzt werden kann. Nun setzt das anaerob-laktazide Energiefreisetzungssystem ein, besser bekannt als Milchsäuresystem, um das ATP zu regenerieren. Doch wie der Name schon sagt, führt dieses zu einer Milchsäureproduktion in der Zelle, welche nach kurzer Zeit zu dem jedem Sportler bekannten Muskelversagen führt.
Und genau hier kommt Creatine ins Spiel, genauer Creatine Monohydrat, da dieses unbeschadet den Magen passieren kann und von den Muskelzellen vollständig absorbiert wird. Creatin füllt den CP-Speicher der Zelle maximal auf und zögert so den Einsatz des Milchsäure-Regelkreises deutlich hinaus, was mit einer Hinauszögerung des Muskelversagens gleichzusetzen ist. Die Speicherkapazität der Muskelzellen für Creatine beträgt in der Regel ca. 3 Gramm pro Kilogramm Muskulatur.
Durch eine zusätzliche Supplementierung mit Creatine kann diese Gesamtmenge von ca. 90 Gramm auf fast 150 Gramm gesteigert werden. Darüber hinaus führt die Einnahme von Creatine zu einem Ungleichgewicht zwischen festen und flüssigen Bestandteilen in der Zelle, den die Zelle durch Wassereinlagerung auszugleichen versucht. Dadurch findet auch ein vermehrter Aminosäurentransport in die Zelle statt, welcher die Proteinsynthese begünstigt (anabol) und den Proteinabbau reduziert (anti-katabol).
Einnahme von Creatine und Kombinationsmöglichkeiten
Es gibt zwei Einnahmechemata, die beide letztlich die gleichen Ergebnisse bringen, jedoch zu unterschiedlichen Zeiten: Ein schnelles Einahmechema und ein langsames Einnahmechema.
Die schnellere Einnahme beginnt mit einer Aufladephase von 4-5 Tagen, wobei die Dosierung bei 4-6 Einzelgaben à 5 Gramm pro Tag liegt. Im Anschluss folgt eine fünf- bis sechswöchige Einnahme von 2-3 Einzelgaben à 5 Gramm. Zu Nebenwirkungen kommt es in der Regel nicht, wenn man von selten auftretenden leichten Magen-Darm-Beschwerden absieht. Nach mehrfachen Selbsttests konnten selbst Mengen von 30 g täglich über einen Zeitraum von zwei Wochen die Creatininewerte im Blut nicht negativ beeinflussen. Daher kann eine gesteigerte Belastung der Nieren während der Einnahme fast ausgeschlossen werden. Empfehlenswert ist allerdings trotzdem, seine Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung um ein bis zwei Liter zu steigern. Creatine erhöht den Flüssigkeitsgehalt der Muskelzelle.
Da neuere wissenschaftliche Erkenntnisse bewiesen haben, dass der Körper ca. drei bis vier Wochen benötigt, um nach einer verstärkten Aufnahme wieder zu seinem normalen Creatinestatus zu gelangen, kann die Wirkung einer einwöchigen Aufnahme von Creatine, gefolgt von einer dreiwöchigen Einnahmepause im Wechsel über mehrere Wochen hinweg, die wirkungsvolle Einnahmedauer erweitern und so zu besseren Ergebnissen als bei dem herkömmlichen Einnahmeschema führen.
Bei der langsamen Einnahme werden über einen Zeitraum von 12 Wochen täglich zwei Gramm Creatin Monohydrat nach dem Aufstehen eingenommen und weitere zwei Gramm nach dem Training. Diese beiden Einnahmezeitpunkte sind die effektivsten des Tages, da der Körper hier deutlich sensibler auf die Zufuhr von Nährstoffen reagiert. Die Wirkung ist die gleiche wie bei der schnellen Einnahme, jedoch mit dem Vorteil, dass die Eigenproduktion des Körpers unverändert bleibt und die Einnahme durch die geringeren Mengen deutlich magenfreundlicher ist und somit selbst empfindlichen Athleten eine Tür zu mehr Leistung durch Creatine aufstoßen kann. Die Wirkung setzt wie bereits beschrieben später ein. Bei der schnellen Einnahme kommt die Kraftsteigerung erfahrungsgemäß innerhalb der ersten Woche, während sie bei der langsamen Einnahme ca. einen Monat auf sich warten lässt.
Bewährt hat sich die Einnahme in Traubensaft, da Creatin auf das durch das enthaltene Traubenzucker ausgestoßene Insulin als Transportmolekul angewiesen ist. Eine Einnahme zusammen mit einem Protein-Kohlenhydratshake ist noch zweckmäßiger.
Quelle:
www.arnold-fitness.de